Ein ausgeglichener Wasserhaushalt des Pferdes kann lebensrettend sein.

Trinkt mein Pferd genug?

Viele Pferdebesitzer stellen sich die Frage, wieviel ihr Pferd trinkt oder anders gefragt, ob es ausreichend trinkt? Der Wasserhaushalt des Pferdes ist essentiell für sämtliche Körperfunktionen.

Die meisten Ställe sind heute mit Selbsttränken ausgestattet bzw. der Stallbetreiber kümmert sich um das Auffüllen der Wasserbottiche, wenn das Pferd in einem Pensionsstall untergebracht ist. So fällt die Kontrolle der Wasseraufnahme oft schwer.

Trinkt Dein Pferd genug? Dieser Blogpost informiert über den Wasserhaushalt des Pferdes.

Mir geht es oft so… Ich hole meine Stute von der Weide, wo sie Zugang zu einem riesigen Wasserkanister hat, und biete ihr Wasser an. Sie trinkt nicht! Ich putze, sattele, gehe eine Stunde ausreiten, biete ihr – bevor ich sie wieder auf die Weide bringe – erneut Wasser an… die Dame lehnt dankend ab! Trinkt mein Pferdchen überhaupt genug? Sie muss doch Durst haben… sie hat doch was geleistet!

Infos und Fakten zum Wasserhaushalt des Pferdes:

  • Der Pferdekörper besteht zu Zweidritteln aus Wasser.
  • Ein Pferd trinkt zwischen 30 und 50 Litern pro Tag (abhängig von Größe, Gewicht und anderen Faktoren, siehe nächster Punkt).
  • Natürlich spielen bei der Wassermenge Faktoren wie Außentemperatur, Futter und Arbeitsleistung eine Rolle; steht das Pferd ganztägig auf der Weide können bis zu 60 % der Flüssigkeitsmenge durch saftiges Gras gedeckt werden; umgekehrt korrelieren 80 % der Trinkmenge mit der Heumenge, d.h. je mehr Heu gefressen wird, desto höher ist die Wasseraufnahme.
  •  Verliert ein Pferd etwa 10 % seines Körpergewichts an Flüssigkeit, ist die Funktionalität des Körpers beeinträchtigt; alleine bis zu 7 % des Körpergewichts kann ein Pferd durch harte Arbeit und starkes Schwitzen verlieren.
  • Das aufgenommene Wasser dient als Lösungsmittel für Nähr- und Wirkstoffe, regelt den Zelldruck sowie die Körpertemperatur und dient als Transportmittel im Blut und den Lymphen.
  • Bekommt ein Pferd zu wenig Wasser, dehydriert es, die Futteraufnahme geht zurück und das Tier wird zunehmend teilnahmsloser.

Jetzt wird uns klar, wie wichtig eine ausreichende Wasseraufnahme ist.

Da ich nicht kontrollieren kann, wieviel mein Pferd trinkt (Weide, Pensionsstall etc.) und ich nicht warten will, bis eines Tages der letztgenannte Punkt der Dehydrierung eintritt, merke ich mir folgende

Tipps, um den Wasserhaushalt des Pferdes zu kontrollieren:

  •  Zieht man eine Halsfalte am Hals hoch, muss sie sich danach direkt wieder glätten. Bleibt sie stehen, hat das Pferd einen zu geringen Wasserhaushalt. Man spricht hier vom sog. Kneiftest.
  • Die Schleimhäute im Maul müssen feucht und blassrosa sein. Drückt man mit dem Finger dagegen, muss der weiße Fleck gleich wieder verschwinden.
  • Sehen die Augen des Pferdes trocken und eingesunken aus, kann dies ebenfalls ein Hinweis auf eine Dehydrierung sein.

Ich denke, mit diesen einfachen Mitteln können wir uns einfach und schnell vom Wohlergehen unseres Pferdes überzeugen.

Nach großer Anstrengung sollte mit dem Tränken immer gewartet werden, bis Puls, Atmung und Temperatur sich wieder normalisiert haben. Außerdem sollte dann darauf geachtet werden, dass das Wasser nicht zu kalt ist und das Pferd nicht zu hastig trinkt. Letzteres kann dadurch vermieden werden, indem man das Gebiss im Maul belässt.

Die Selbsttränke ist der einfachste Weg zu einem gesunden Wasserhaushalt des Pferdes

Zuletzt aber noch ein Hinweis: Bitte säubert täglich die Wasserbehälter Eurer Lieblinge. Kontrolliert 1-2 mal täglich die Funktionstüchtigkeit der Selbsttränken und reinigt sie hierbei. Verunreinigtes Wasser kann den Geschmack verderben und zur Trinkunwilligkeit führen. Außerdem vermehren sich Bakterien – gerade bei hohen Außentemperaturen – sehr schnell und es kann zu Verstimmungen im Verdauungstrakt kommen.

 

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