Es gibt viele kommerzielle Mittel und Hausmittelchen zur Hufpflege.

Wissenschaft Hufpflege?!

Was gibt es nicht alles für Wundermittel auf dem Markt oder vielversprechende Hausmittelchen, um den Pferdehuf zu pflegen und gesund zu erhalten? Hier den Überblick zu behalten fällt schwert. Nicht jedes Mittel ist für jeden Pferdehuf geeignet, denn jeder Huf ist anders und hat seine eigenen „Schwächen“. Daher möchte ich in nachfolgendem Beitrag auf einige bekannte Hufpflegeprodukte und Hausmittel zur Hufpflege eingehen und deren Anwendungsbereiche sowie Vor- und Nachteile aufzeigen.

Die richtige Hufpflege ist eine Wissenschaft für sich.

Die Qualität des Pferdehufes und somit auch die vermeintlichen Mängel, die Du mit einem Pflegemittel ausgleichen möchtest, hängen sehr stark von der Pferdehaltung ab. Es gibt Hufe, die sehr schnell austrocknen, andere wiederum neigen eher zum „aufweichen“. Die Hufe von Pferden, die in Boxen gehalten werden, werden oft durch aggressiven Urin angegriffen. Sie werden nicht durch natürliche Feuchtigkeit, wie z.B. Morgentau vor dem Austrocknen geschützt. Hier kommt dann oft Huffett oder ein vergleichbares Produkt zum Einsatz. Die besten Hufe haben in der Regel solche Pferde, die möglichst artgerecht gehalten werden und sich viel an der frischen Luft und auf verschiedenen Untergründen bewegen. Ihre Pflege ist meist weniger aufwendig, da der Huf sich von selber reguliert.

Außerdem sei gesagt und gewarnt: Trockene Hufe findet man vor allem dort, wo sehr intensiv gepflegt wird. Häufig sind trockene Hufe das Ergebnis von zu viel Fett und Öl, das den Huf von außen versiegelt. Auch hier gilt also: Viel hilft nicht immer viel.

Dennoch haben die diversen Pflegeprodukte ihre Daseinsberechtigung und unterstützen bei entsprechenden Bedigungen und korrekter Anwendung die Hufpflege.

So viel vorweg und nun starten wir mit dem…

Huföl

Huföl ist besonders dann zu verwenden, wenn die Hufe zu weich sind, d.h. zu viel Feuchtigkeit innehaben. Dies kann durch einen schlammigen Auslauf oder unhygienische Boxenhaltung gefördert werden. In diesem Fall empfiehlt es sich, die Hufe mit Huföl zu behandeln, um weiteres Eindringen von Feuchtigkeit zu verhindern. Unter solchen Bedingungen muss darauf geachtet werden, dass sich keine Strahlfäule entwickelt (kleine Randnotiz).

Dass Huföl ein weiteres Eindringen von Feuchtigkeit abblockt, kann man sich im umgekehrten Fall zu Nutze machen, um bei trockenen Hufen Feuchtigkeit im Huf zu halten. Hierzu sollten die Hufe zunächst mindestens 15 Minuten ordentlich gewässert werden, bevor man die noch feuchten Hufe einölt. So wird die Feuchtigkeit im Huf eingeschlossen und kann langsam den Huf geschmeidiger machen. Bei www.mainzoo.de (ab 29 Euro Bestellwert versandkostenfrei) erhälst Du beispielsweise PEDOCAN Huföl aus rein pflanzlichen Ölen für 8,79 €/500 ml.

Huffett

Die Verwendung von Huffett ist bei Pferden mit rissigen und spröden Hufen, niederen Trachten, losem Hufhorn und für Barhufer zu empfehlen. Durch die Hufpflege mit Huffett werden Wand und Sohle wieder geschmeidig und somit gleichzeitig gefestigt. Das Einfetten von trockenen und rissigen Hufen wirkt sich auch positiv auf einen festen Sitz der Hufeisen aus. Auch hier würde ich die Hufe vorher gut reinigen und im besten Fall eine gewissen Zeit wässern. Somit wird der postive Effekt verstärkt. Besonders der Kronrand sollte sorgfältig eingefettet werden, da hier der Huf nachwächst und Du somit von Anfang an etwas für einen gesunden Pferdehuf tun kannst. Bei www.mainzoo.de (ab 29 Euro Bestellwert versandkostenfrei) erhälst Du beispielsweise schwarzes Huffett mit Lorbeerextrakt für 7,99 €/1.000 ml.

Hufbalsam

Die Verwendung von Hufbalsam ist besonderes empfehlenswert, da er das Hufhorn nicht gänzlich von der Außenwelt abschottet. Der Hufbalsam zieht sehr gut in den Pferdehuf ein und lässt es auch zu, dass weiterhin Feuchtigkeit in den Huf eindringen kann, d.h. er wirkt atmungsaktiv. Die Anwendung von Hufbalsam sorgt für einen gesunden und elastischen Huf. Oft beinhaltet der Balsam pflegende Substanzen, wie Bienenwachs, Eukalyptus- oder Lorbeeröl, die nachhaltig die Widerstandsfähigkeit des Hufhorns fördern. Der etwas zähe Balsam wird durch das Auftragen auf den Huf warm und flüssiger und kann somit tief in den Pferdehuf eindringen.
(8,99 €/300 ml) findest Du beispielsweise bei
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Alternative Mittel zur Hufpflege

Bist Du auf der Suche nach einer preisgünstigeren Alternative aus dem Bereich der Hausmittelchen, empfiehlt sich Sonnenblumenöl anstelle des Huföls. Es ist also in erster Linie anzuwenden, wenn Du vermeiden willst, dass weitere Feuchtigkeit in den Huf eindringt. Um trockene Hufe zu pflegen, hilft vor der Verwendung von Sonnenblumenöl nur gründlichstes Wässern – wie oben bereits geschrieben.

Eine wirklich super Alternative zum Hufbalsam stellt die uns bekannte Bodylotion dar. Sie lässt den Huf weiter atmen und hält ihn geschmeidig – genauso wie sie unsere trockene Haut pflegt und geschmeidig hält. Bei der Wahl der passenden Bodylotion solltest Du darauf achten, dass sie parfümfrei ist und auf ganz natürlichen Inhaltsstoffen basiert.

Was gibt es ansonsten in Sachen Hufpflege zu beachten?

Bei allen erwähnten Hufpflegemitteln sollte – wie bereits erwähnt- nichts übetrieben werden. Ich empfehle grundsätzlich eine Anwendung 1 bis maximal 2 mal die Woche.

Stabiles, widerstandsfähiges und gesundes Hufhorn lässt sich in erster Linie auf eine optimale Ernährung des Pferdes zurückführen. Bekommt der Pferdeorganismus alle essentiellen Nährstoffe in gut verfügbarer Form zugeführt, ist der Grundstein für eine gute Substanz des Hufhorns gelegt. Wichtig in diesem Zusammenhang ist vor allem die Zuführung von natürlichen – und damit optimal verwertbaren – Mineralstoffen, Vitaminen und Spurenelementen sowie qualitativem Raufutter, welche verantwortlich für eine gute Darmflora, eine Darmsymbiose und ein ausgeglichenes Säure-Basen-Verhältnis sind. Ein Überschuss sowie auch ein Mangel sind nicht nur im Hinblick auf gesunde Pferdehufe unbedingt zu vermeiden.

Selbstverständlich sollte das tägliche Auskratzen der Hufe sein, damit beispielsweise verklemmte Steine, welche oftmals zu Hufgeschwüren führen, entfernt werden können und andere Fremdkörper unmittelbar entdeckt werden. Auch ein Nageltritt, eine Verletzung oder ein fehlendes Hufeisen wird auf diese Weise schnell entdeckt und führt somit nicht zu Folgeschäden derart, als würden diese erst beim Lahmen des Pferdes entdeckt werden.

Natrülich ist das Pferd auch alle 6-8 Wochen einem Hufschmied oder Hufpfleger vorzustellen. Ich möchte es nur erwähnt haben, aber an dieser Stelle nicht weiter darauf eingehen, da die Huforthopädie ein sehr komplexes, eigenständiges Thema darstellt.

Zuletzt noch ein wichtiger Baustein, der ebenfalls zur Hufpflege gehört, wenn man so will: Auch die Bewegung ist immens wichtig für die Entwicklung gesunder Hufe und Hufgelenke. Bewegung stimuliert die Durchblutung, die notwendig für den Transport von Nährstoffen ist. Nur durch optimale Bewegung bleibt der Huf gesund, elastisch und in einer optimalen Kondition.

Bitte lass mich Deine Erfahrungen in Sachen Hufpflege wissen. Ich würde mich sehr über einen regen Informations- und Meinungsaustausch freuen.

Eine breite Palette an Hufpflegeprodukten findest Du beispielsweise auch bei equiva:




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2 Kommentare

  • Hallo Alex,

    Danke dir für diese schöne Übersicht! So hat jeder, der sich genauer mal mit der Hufpflege beschäftigen möchte einen schnellen Überblick über die Produkte, was ja in dem riesen Dschungel von Angebot und Nachfrage garnicht so einfach ist.

    Da du noch kein Beispielprodukt für das Hufbalsam hast, hätte ich da einen Tipp für dich (und nein, ich werden dafür nicht bezahlt 😉 ). Von Equinatura gibt es ein Hufbalsam, dass komplett ohne Chemie auskommt. Ich benutze es auch regelmäßig bei meiner Islandponystute und bin sehr zufrieden damit. Es lässt sich leicht auftragen und zieht sehr schnell in den Huf ein. Meißt wässere ich ihre Hufe auch vorher und dann wird der gesamte Huf dick eingepinselt. Und ich würde behaupten, dass das Ganze auch erfolgreich ist.

    Liebe Grüße
    Vanessa

    • Das eigene Pferd

      Hi Vanessa,

      vielen Dank für Deinen Tipp! Das klingt sehr gut! So lange die Wiesen morgens noch feucht sind, sehen die Hufe meiner Stute eigentlich recht gut aus. Sollten Sie demnächst trockener werden, denke ich mal drüber nach, diesen Hufbalsam von Equinatura zu testen. Ich bin für jeden Erfahrungsbericht und jede Empfehlung dankbar!

      Liebe Grüße
      Alex

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