Die Longierhilfe fördert das Pferd in der Vorwärts-Abwärts-Bewegung.

Meine Erfahrungen mit der Longierhilfe

Meine Isi-Stute tut sich mit dem Traben oft schwer. An eine gesunde und rückenfördernde Vorwärts-Abwärts-Haltung beim Traben ist somit oft gar nicht zu denken. Um mit ihr vom Boden aus an dieser Baustelle zu arbeiten, habe ich mir vor wenigen Monaten eine Longierhilfe zugelegt und in folgendem Beitrag möchte ich Euch von unseren Erfahrungen mit der Longierhilfe berichten.

Die Longierhilfe ist einfach und effektiv.

Was genau ist eine Longierhilfe?

Die Longierhilfe, oft auch Strickausbinder genannt, soll dazu dienen, Deinem Pferd den Weg in die Tiefe zu zeigen und somit in der Vorwärts-Abwärtshaltung zu longieren. Sie besteht aus einem angenehm weichen Baumwollstrick, der über den Widerrist gelegt und zwischen den Vorderbeinen durch einen Fixierring zum Halfter, Kappzaum oder aber auch zur Trense hin läuft. Dort wird die Longierhilfe mit Karabinerhaken befestigt. Beide Strickenden der Longierhilfe sind dabei längenverstellbar.

Es gibt die Longierhilfe in unterschiedlich dicken, gepolsterten und teilweise elastischen Ausführungen. Die Erfahrungen mit der Longierhilfe zeigen, dass so ein Wundscheuern zwischen den Vorderbeinen vermieden werden kann.

Die Vorteile einer Longierhilfe

  • Der Strickausbinder ist grundsätzlich einfach einzustellen und schnell anzulegen und zu verschnallen.
  • Die Longierhilfe kann mit Halfter, Trense oder Kappzahum verwendet werden.
  • Es ist kein zusätzliches Equipment, wie Longiergurt oder Sattel notwendig.
  • Bei tiefer Halshaltung drückt die Longierhilfe nicht auf den Pferderücken. Somit ist sie eine Einladung, den Hals fallen zu lassen und zeigt den Weg in die Tiefe.
  • Die Rücken- und Halsmuskulatur wird trainiert und gestärkt.

Die Nachteile einer Longierhilfe

  • Sie zeigt dem Pferd lediglich den Weg in die Tiefe, begrenzt es aber nicht seitlich.
  • Da das Seil nicht fixiert ist und es sich somit über den Rücken bewegen kann, bietet die Longierhilfe dem Pferd keine konstante Anlehnung.
  • Es gibt auch negative Erfahrungen mit der Longierhilfe in Sachen Verletzungen: Zu dünne, nicht gepolsterte Seile können zwischen den Vorderbeinen scheuern und somit Verbrennungen hervorrufen. Außerdem kann das Pferd, wenn es die Nase zu tief hält bzw. die Longierhilfe zu locker eingestellt ist, auf die Strickausbinder treten.

Was gibt es bei der Arbeit mit der Longierhilfe zu beachten?

Für die optimale Passform und ein risikofreies und effektives Traning muss der Strickausbinder in der richtigen Größe verwendet werden. Die meisten Varianten sind in folgenden Ausführungen erhältlich:

Pony (M) = bis 1,48 m Stockmaß

Cob/Vollblut (L) = bis 1,68 m Stockmaß

Warmblut (XL) = bis 1,75 m Stockmaß

Großes Warmblut (XXL) = ab 1,75 m Stockmaß

Vorsicht! Die Angaben zum Stockmaß sind ein grober Richtwert. Sie können je nach Hersteller varrieren.

Die Longierhilfe muss so locker wie nötig eingestellt werden, d.h. es ist wichtig, dass das Pferd seinen Kopf vorwärts-abwärts tragen kann und nicht durch zu enge Strickausbinder daran gehindert wird. Gleichzeitig dürfen die Ausbinder nicht zu locker sein, damit nicht die Gefahr besteht, dass Dein Pferd sich auf die Ausbinder tritt.

Meine Erfahrungen mit der Longierhilfe

Ich muss zugeben, am Anfang unserer Arbeit mit der Longierhilfe hatte ich oft ein ungutes Gefühl, wenn mein Pony sich nach unten lang machte und die Stricke sehr lose zwischen den Vorderbeinen hin und her baumelten. Aber mittlerweile habe ich gelernt, dass bei sachgemäßem Gebrauch und der richrigen Längeneinstellung nichts passiert! Hinzu kommt, dass meine Stute gerne mal an der Longe ihre Sperenzchen macht. Auch das ließ mir jedes Mal kurz das Herz still stehen. Aber zum einen ist mein Pony trotz kurzer Aussetzer immer noch halbwegs regulierbar und außerdem merkt sie, dass sie die Longierhilfe trägt und reißt sich selbst am Riemen. Unsere Pferde sind nicht dumm! Ich habe gelernt, ihr da mehr zu vertrauen!

Mein Fazit: Ich arbiete zur Zeit sehr gerne mit der Longierhilfe. Da wir momentan noch den Weg zum Vorwärts-Abwärts suchen, ist das ein idealer und sehr einfacher Einstieg für uns.

Hier ein sehr empfehlenswertes, dickes und weiches Produktbeispiel:

 
Ich wünsche Dir ganz viel Spaß bei der Arbeit mit der Longierhilfe! Über Feedbak, Anregungen, Kommentare… würde ich mich sehr freuen!



||||| 3 Gefällt mir |||||

2 Kommentare

  • Diese Longierhilfe riegelt das Pferd nur runter.
    Nicht der Kopf muss runter, sondern die Bauchmuskeln müssen aktiver werden und der Rücken muss aufgewölbt auf & abschwingen.
    V/A wird vom Pferd durch Rückenarbeit angeboten und nicht durch Kopf runterriegeln erarbeitet.
    Die Dehnungshaltung wird nur durch Gleichgewicht möglich.
    Gleichgewicht findet das Pferd nur ohne Hilfszügel.
    Es braucht keinen Weg in die Tiefe.
    Es gibt nur den Weg zum Gleichgewicht

    Auf den Bildern seh ich nur ein Pferd was den Rücken hängen lässt.

    • Das eigene Pferd

      Ich gebe Dir mit allem recht! Bauch- und Rückenmuskulatur spielen zusammen, Gleichgewicht spielt eine sehr große Rolle! Die Longierhilfe muss selbstverständlich korrekt „eingestellt“ sein, d.h. eher zu locker als zu eng. Sie soll dem Pferd lediglich den Weg nach unten aufzeigen und ihm so den Weg zum V/A erleichtern. Von einem Runterriegeln war nie die Rede. Diese Form des Trainings ist kontraproduktiv. Das sehe ich genauso wie Du. Daher auch meine Empfehlung zur Longierhilfe und nicht zu irgendwelchen Ausbindern und anderen Hilfszügeln.
      Vielen Dank für Deinen wertvollen Beitrag!

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Solve : *
23 − 21 =