Jungtierwarzen können auch bei erwachsenen Pferden auftreten.

Jungtierwarzen – auch bei älteren Pferden möglich!

Am Freitag war mal wieder so ein Tag… Du denkst an nichts Böses und schon hast Du die nächste Baustelle in Sachen Pferd und dessen Gesundheit. Leider sind die Tage, so ganz frei von Sorgen rar gezählt 🙂 Zwei Tage später weiß ich, es handelt sich um Jungtierwarzen – bei einem Pferd mit intaktem Immunsystem halb so wild. Die sogenannten Jungtierwarzen werden durch einen Virus ausgelöst.

Woher kommen diese Biester plötzlich?

Als Erreger der Warzen wird ein Virus vermutet, das Equine Papillomavirus. Bislang konnte es aber noch nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden. Da besonders junge Fohlen und Pferde bis zu drei Jahren erkranken, ist es aber wahrscheinlich, dass eine Infektion Ursache der Erkrankung ist. Eine positive Nachricht der ganzen Geschichte: Nach Abheilung der Warzen sind die Pferde jahrelang immun gegen Papillomatose. Du kannst es also diesbezüglich mit einer Kinderkrankheit, wie Windpocken beim Menschen, vergleichen.

Es wird vermutet, dass die Pferde sich über kleinste Hautwunden oder über Insekten mit dem Erreger der Papillomatose infizieren. Die Inkubationszeit wird mit 2 – 3 Monaten angegeben. Durch das Virus werden einige Hautzellen zerstört, während andere ungebremst wachsen und Hautknötchen bilden.

Woran erkenne ich Jungtierwarzen?

Jungtierwarzen können winzig klein (bei meiner Stute maximal Reiskorngröße) bis linsengroß sein. Die Warzen sind weiß/grau und treten vermehrt an Maul, Lippen und Nüstern auf. Manchmal können die Plagegeister auch an den Ohren oder in anderen Regionen vorkommen. Bei den Warzen auf der inneren Oberfläche der Ohren spricht man von auralem Plaque. Dieser kann sehr hartnäckig sein und das Pferd womöglich zu ständigem Kopfschütteln, dem sogenannten Headshaking, veranlassen.

Die Diagnose ist meistens aufgrund des klinischen Bildes und des Alters des Pferdes eindeutig. In unklaren Fällen kann eine Gewebeprobe (Biopsie) entnommen werden und die Veränderungen der Haut unter dem Mikroskop untersucht werden. Hierzu sei gesagt, dass ein Erkranken beim erwachsenen Pferd gar nicht so selten scheint. Mein Tierarzt hatte jedenfalls, nachdem ich ihm Fotos zugeschickt hatte, keinerlei Zweifel an der Diganose und das, obwohl meine Stute bereits 10 Jahre alt ist. Er hielt es keineswegs für abwägig oder als etwas besonderes in dem Alter. Es hängt einfach davon ab, ob das Tier bereits im Jungpferdealter die Krankheit hatte und somit immun gegen sie ist oder halt nicht.

Oft wird bei den recht harmlosen Jungtierwarzen gleich ein Equine Sarkoid vermutet. Bei dieser Erkrankung handelt es sich um Hauttumore, die unter anderem auch in Form von Warzen in Erscheinung treten können. Mehr zu dieser Tumorerkrankung erfährst Du über den vorangehenden Link.

Wie sind Jungtierwarzen zu behandeln?

Eine besondere Behandlung ist bei einem Pferd mit intaktem Immunsystem nicht nötig, da die Erkrankung von selbst abheilt. Auf Wunsch oder wenn die Warzen beispielsweise bei der Futteraufnahme stören, können sie chirurgisch abgetragen werden. Allerdings birgt dieser Eingriff die Gefahr, dass kleine helle Flecken zurückbleiben. Man spricht dann von einem sogenannten Krötenmaul.

Laut meinem Tierarzt kann es sein, dass uns die Warzen die nächsten 8 bis 10 Wochen begleiten. Danach sollten sie von selbst abfallen und zwar ohne Narbenbildung. Sollte sich das Krankheitsbild verschlimmern und der Körper des Pferdes nicht alleine mit dem Virus klar kommen, so würde man mit Spritzen versuchen, dem Immunsystem unter die Arme zu greifen. Dieses Eingreifen soll aber laut Tierarzt nur in selten Fällen notwendig sein.

Also grundsätzlich kann es nicht verkehrt sein, das Immusystem Deines Pferdes auf natürlichem Wege zu stärken. Unabhängig von der Papillomatose habe ich gerade begonnen, meinem Pferd Gladiator plus zuzufüttern. Ich möchte ihr damit als Kur über das Ende der Weidezeit hinweg helfen. Vielleicht schreibe ich zu gegebener Zeit einen kleinen Erfahrungsbericht darüber.

Beonsers wichtig und zu beachten ist, dass das Equine Papillomavirus (EPV) hoch ansteckend für alle anderen Tiere ist, die die Krankheit in ihrer „Kindheit“ nocht nicht durchlaufen haben.

Gibt es eine Möglichkeit, den Warzen vorzubeugen?

In Zucht- und Ausbildungsställen, in denen viele junge Pferde gehalten werden, sollten vorsorglich Zäune und Ställe regelmäßig gereinigt und desinfiziert werden. Außerdem sollten infizierte Pferde isoliert gehalten werden. Die Ausrüstung und das Putzzeug, das mit infizierten Pferden in Kontakt kommt, sollte regelmäíg gereinigt und desinfiziert werden. Darüber hinaus ist eine gewissenhafte Handhygiene des Menschen ratsam.

In diesem Sinne wünsche ich uns allen ein warzenloses und gesundes Leben mit unseren Ponys! Hast Du schon mal ähnliche Erfahrungen/Sorgen durchgemacht? Lass es uns wissen!




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Ein Kommentar

  • Das eigene Pferd

    Kleines, positives Update: Mein Tierarzt hat recht behalten und mein Pony scheint über ein gutes, intaktes Immunsystem zu verfügen… freu 🙂 Nach nun fast 8 Wochen sind die Jungtierwarzen so gut wie verschwunden – und das ganz von alleine!

    Nach ca. 6 Wochen war ich sehr skeptisch und ich habe schon befürchtet, ich müsste doch nochmal den Tierarzt drüber schauen lassen. Die Warzen waren so groß wie noch nie und teilweise richtig rosa. Sie sind regelrecht „aufgeblüht“. Kaum zu glauben, dass sie dann innerhalb so kurzer Zeit einfach verschwinden. Ich denke, sie müssen erst mal richtig „ausbrechen“, bevor der Spuk dann vorbei ist.

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