Getreidefreies Pferdefutter kann Wohlstandskrankheiten vorbeugen.

Wann empfiehlt sich getreidefreies Pferdefutter?

In einem anderen Beitrag habe ich mich bereits damit befasst, inwiefern melassefreies Pferdefutter sinnvoll oder sogar notwendig ist.
Heute möchte ich mich der Frage widmen, wann es empfehlenswert ist, getreidefreies Pferdefutter als Variante des Kraftfutters zu verwenden.
Um melassefreies- und/oder getreidefreies Pferdefutter ist mittlerweile in der Futtermittelindustrie und unter Pferdebesitzern ein regelrechter Hype entstanden. Aber was hat es damit auf sich?
Getreidefreies Pferdefutter

Welche Form von Getreide spielt in der Pferdefütterung eine Rolle?

Die Fütterung von Getreide erfreut sich in der Pferdehaltung großer Beliebtheit und soll für die notwendige Energiezufuhr und somit Leistungsbereitschaft des Pferdes sorgen.
Dabei sind Getreidearten wie Hafer, Gerste und Mais die bekanntesten und beliebtesten Sorten. Sie werden entweder in reiner, naturbelassener Körnerform oder in sogenannten Mischfuttern, wie Pellets oder Müslis, verfüttert. Ich habe nach interessanten und aufschlussreichen, externen Beiträgen zu diesen 3 Getreidesorten gesucht. Über die Verlinkungen kannst Du Dich eingehend über die Vor- und Nachteile von Hafer, Gerste und Mais informieren, denn sie unterscheiden sich schon zum Teil recht stark in ihrem Stärke- und Energiegehalt sowie ihrer Verdaulichkeit.
Roggen und Weizen sind in der Pferdefütterung selten anzutreffen und gehören dort auch meines Erachtens nicht hin. Roggen hat einen sehr hohen Eiweißanteil und belastet damit den Stoffwechsel des Pferdes empfindlich. Durch den hohen Anteil an Klebereiweiß (Gluten) kann es zu Verkleisterungen im Magen-/Darmtrakt des Pferdes kommen. Das Risiko von Verdauungsstörungen, bis hin zur gefährlichen Kolik steigt. Ähnlich verhält es sich mit Weizen als Futtermittel. Während Weizenstroh nicht nur als Einstreu sondern auch als Raufuttermittel gerne gesehen ist, belasten die Weizenkörner mit ihrem sehr hohen Stärkeanteil und dem hohen Anteil an Gluten ebenfalls den Pferdestoffwechsel und die Verdauung des Pferdes.
Dinkel ist sehr nah mit dem Weizen verwandt, dem am weitesten verbreiteten Getreide Deutschlands. Bei uns Menschen ist Gluten als Allergieauslöser bekannt. Beim Pferd wirkt Dinkel genau wie Weizen belastend auf den Darm. Das rohe Korn verklebt die Darmzotten und verändert die Darmschleimhaut. De Fakto hat Dinkel sowie Weizen und Roggen im Pferdedarm nichts verloren.

Getreidefreies Pferdefutter unterstütz Pferde mit Wohlstandserkrankungen.

Was passiert mit dem Getreide im Verdauungstrakt des Pferdes?

Im Vergleich zu Raufutter stellt Kraftfutter in Form von Getreide eine stark konzentrierte Energie zur Verfügung. Der Dauerfresser Pferd wird überfordert und das Überangebot muss erst einmal verarbeitet werden. Getreide bringt einen hohen Stärkeanteil in den Verdauungstrakt und Pferde verfügen über relativ wenig stärkespaltende Enzyme. Im Magen sind daher deutliche Unterschiede bei der Passage von Getreide oder Heu erkennbar: Die Verdauung von Stärke bewirkt eine Veränderung des ph-Gehaltes im Magen bzw. führt durch die zu schnelle Durchleitung im Magen zu Problemen im Dünn- bzw. Dickdarm. Hafer in kleinen Mengen ist noch am ehesten von Pferden zu verdauen. Bei der Stärke von Mais und Gerste hat der Pferdedarm erheblich mehr Probleme (man spricht hier von einer ca. 30% Verdaulichkeit im Dünndarm). Als Folge dieser geringeren Verdaulichkeit kommt es nicht selten zu Fehlgärungen und Verdauungsstörungen.
Bei einer sehr getreidelastigen Fütterung, bei der die Stärke nicht vollständig im Dünndarm verdaut wird und ein Teil Reststärke in den Dickdarm gelangt, wird das Gleichgewicht der Mikroorganismen verschoben. Es kommt zu Blähungen, Übersäuerungen und sogar zur Bildung von Stoffwechselgiften. Die Folge sind Störungen im Darmmilieu, Schleimhautreizungen, Verspannungen, Koliken und Hufrehe.

Wann sollte getreidefreies Pferdefutter verwendet werden?

Getreidefreies Pferdefutter reduziert das Risiko für fütterungsbedingte Hufrehe und es ist energieärmer als stärke- also getreidehaltige Futtervarianten. Somit eignet es sich sehr gut zur gezielten Gewichtsreduzierung von übergewichtigen Pferden und damit einhergehend zur Linderung von jeglichen Stoffwechselerkrankungen. Bei Pferden, die viel Energie benötigen und trotzdem ohne Getreide versorgt werden sollen, kann die Energielücke durch Pflanzenöle, wie z. B. die Gabe von Leinöl, geschlossen werden.
Darüber hinaus ist getreidefreies Pferdefutter bei Pferden mit (der Neigung zu) Magengeschwüren zu empfehlen. Die Aufnahme von stärkehaltigem Kraftfutter fördert die Milchsäurebildung im Magen des Pferdes, d.h. es bildet sich Säure, die die Magenschleimhaut des Pferdes von innen angreifen kann. Außerdem löst Kraftfutter eine starke Gastrin und Histaminproduktion aus, was im Überschuss ebenfalls die Entstehung von Magengeschwüren begünstigen kann.
Im vorangehenden Abschnitt habe ich beschrieben, welchen Einfluss stärkehaltiges Futter im Gegensatz zu rohfaserhaltigem Raufutter auf die Magen-/Darm-Passage des Pferdes hat. Von daher ist getreidefreies Kraftfutter auf jeden Fall für alle Pferde mit Verdauungsproblemen und/oder für Pferde mit Kolikneigung eine empfehlenswerte Alternative in der breiten Palette an Kraftfutter-Varianten.

Seit einigen Wochen verwende ich getreide- und melassefreies Mischfutter von marstall. Das Futter riecht schmackhaft würzig und enthält neben einem extra Rohfaseranteil im Wesentlichen Knoblauch, Vitamin E, Leinsamen, Bierhefe, Leinöl, Apfeltrester und Karotten. Das Spezial-Müsli ist somit sehr gut für den Verdauungsapparat des Pferdes und für alle Pferde mit Stoffwechselproblemen (wie z.B. Cushing, EMS und Hufrehe) geeignet. Meinem Pony schmeckt das Futter sehr gut und sie sieht auch richtig gut aus. Ihr Fell glänzt – trotz Fellwechsel – und beim Training zeigt sie sich fit und leistungsbereit. Ich kann Dir das Futter nur Wärmstens empfehlen. Du findest es beispielsweise hier:


Marstall – Vito
getreide- und melassefreies MüsliMeine Empfehlung für melassefreies Pferdefutter: Vito von marstall




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