Wie Du vermeiden kannst, dass Dein Pferd Sonnenbrand bekommt.

Kann mein Pferd Sonnenbrand bekommen?

Die Antwortet lautet eindeutig: JA! Durch starke Sonneinstrahlung können besonders empfindliche Körperstellen Rötungen oder im schlimmsten Fall sogar Bläschenbildung aufweisen. In dem folgenden Beitrag erfährst Du, welche Pferde und welche Körperregionen besonders gefährdet für Sonnenbrand sind. Außerdem erhälst Du einfache Tipps, wie Du vermeiden kannst, dass Dein Pferd Sonnenbrand bekommt. Sollte Dein Pferd trotz aller Vorsichtsmaßnahmen einen Sonnenbrand haben (wir sind alle nicht perfekt und können unser Hotte Hü nicht rund um die Uhr bewachen), erfährst Du im letzten Abschnitt, wie Du den Sonnenbrand Deines Pferdes medizinisch versorgen kannst.

Können Pferde Sonnenbrand bekommen?

Welche Pferde und welche Körperregionen sind besonders gefährdet, Sonnenbrand zu bekommen?

Die Gefahr, dass das Pferd Sonnenbrand bekommt, ist an unpigmentierten Körperstellen, wie z.B. dem Maul und den Fesseln, besonders hoch. Daher ist bei Pferden mit rosafarbenen Nüstern oder Blesse besondere Vorsicht vor Sonnenbrand geboten. Auch Schecken stellen eine Risikogruppe dar, da der Sonnenbrand auf allen Körperregionen auftreten kann.

Man sollte meinen, dass Schimmel prädestiniert für Sonnenbrand sind. Dies lässt sich allerdings nicht unbedingt verallgemeinern, da viele Schimmel unter ihrem Fell eine dunkle Haut haben, die sie vor Sonnenbrand schützt.

Was viele nicht wissen: Manche (Futter-)Pflanzen bewirken eine erhöhte Lichtsensibilisierung, so z.B. Schwedenklee, Johanniskraut, Buchweizen und Luzerne. Außerdem können bestimmte Lebererkrankungen die Empfindlichkeit gegen UV-Licht steigern.

Wie kann ich verhindern, dass mein Pferd Sonnenbrand bekommt?

  • Reibe Dein Pferd an den empfindlichen Stellen vor dem Weidegang oder Ausritt mit Sonnencreme ein. Wichtig ist, dass diese parfümfrei, d.h. ohne ätherische Öle ist. Der Lichtschutzfaktor sollte mind. LSF 30 betragen.
  • Sorge dafür, dass Dein Pferd auf der Weide schattige Unterstellmöglichkeiten hat. Ist dies nicht gegeben, sollte Dein Pferd bei starker Sonneinstrahlung (insbesondere in der Mittagssonne) nur kurz bzw. gar nicht auf die Weide.
  • Vermeide, so gut es geht, die pralle Sommersonne. Ausritte sollten auf die frühen Morgen- oder späten Abendstunden verlegt werden. Außerdem sind schattige Wälder den sonnigen Feldern vorzuziehen.
  • Achte darauf, mit was Du Dein Pferd so einreibst. Öle können die Sonnenbrandgefahr erhöhen, da die Ölschicht die Sonnenstrahlen stärker reflektiert. In einem anderen Artikel berichte ich über Kokosöl für Pferde als natürlicher Insekten- und Zeckenschutz. Hier weise ich ebenfalls darauf hin, dass empfindliche Körperstellen, wie Maul und Nüstern nicht eingerieben werden sollten, wenn das Pferd danach starker Sonneneinstrahlung ausgesetzt ist.
  • Mit einer Fliegenmaske bzw. einer Nasenklappe kannst Du Dein Pferd auch vor zu starker Sonneinstrahlung auf Maul und Nüstern schützen. Bedenke aber, dass viele Pferde sich diese Teile in relativ kurzer Zeit abstreifen. Das geht dann mittel- bis langfristig ganz schön ins Geld! Außerdem besteht immer die Gefahr, dass Dein Pferd beim unbeaufsichtigten Weidegang irgendwo hängen bleibt, wenn es solches Equipment trägt. Führt der lange Ausritt doch größtenteils durch die Sonne (nicht jeder hat den Wald vor der Tür), ist ein Sonnenschutz mit Fliegenmaske oder Nasenklappe sehr zu empfehlen.Die Nasenklappe kann verhindert, dass das Pferd Sonnenbrand bekommt.

Was kann ich tun, wenn mein Pferd Sonnenbrand hat?

Zunächst gilt es zu erkennen, dass das Pferd Sonnenbrand hat. Oft ist es ganz einfach und ähnlich wie beim Menschen. Helle und wenig pigmentierte Körperstellen, wie beispielsweises Nüstern, Maul oder Fesseln, sind gerötet. Ist der Sonnenbrand bereits weiter fortgeschritten, können Brandbläschen erkennbar sein. Oft kommt einem aber gar nicht unbedingt als erstes ein Sonnenbrand in den Sinn, wenn wir das Pferd mit einer Verletzung auf der Nase (blutig, krustig) von der Weide holen. Zunächst denken wir, das Pony hätte etwas zu heftig mit seinen Artgenossen gespielt. Diese Form der Verletzung ist bei einem Sonnenbrand nicht selten. Das Pferd hat sich schlichtweg aufgrund des Juckens und Brennens durch den Sonnenbrand sein Näschen blutig geschubbert.

  • Sollte Dein Pferd (nässende) Brandblasen oder sogar schlimmere Verletzungen haben, kontaktiere bitte sofort einen Tierarzt.
  • Stellst Du bei Deinem Pferd Sonnenbrand in Form von Rötungen fest, solltest Du die betroffenen Stellen immer wieder mit einem kühlenden Aloe Vera Gel einreiben. Das nimmt Deinem Pferd den Juckreiz und das lästige Brennen auf der Haut.
  • Auch kannst Du eine parfümfreie After-Sun-Lotion auf die betroffenen Körperstellen auftragen.
  • Ein beliebtes Hausmittel bei Sonnenbrand stellen Kompressen aus Quark oder Joghurt dar. Allerdings ist davon abzuraten, da die Milchprodukte Bakterien beinhalten und somit zu einer Infektion führen können.
  • Dein Pferd darf in den nächsten Tagen keinerlei Sonneinstrahlung ausgesetzt werden. Versetzte Dich in die Lage, was Du machst, wenn Du einen Sonnenbrand hast.
  • Zur Pflege der geschädigten Hautpartien empfehle ich Dir eine Wund- und Heilsalbe. Diese sollte in keiner Stallapotheke fehlen.
  • Sorge dafür, dass Dein Pferd sauberes Wasser zur Verfügung hat und ausreichend trinkt.
Ich hoffe, der kleine Beitrag hat Dir gefallen und Du bist jetzt gerüstet, damit Dein Pferd keinen Sonnbrand bekommt und wenn doch, Du ihn gezielt erkennen und behandeln kannst.



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2 Kommentare

  • Sehr guter Beitrag! Ich bin jetzt in Spanien ein Pferd geritten, was auch erst Sonnenbrand hatte und super empfindlich ist. Da muss man echt extrem aufpassen. Gott sei Dank hat mein eigener keine Abzeichen und ist komplett braun!

  • Vielen Dank, Verena. Ich habe da bei meiner Rappstute auch weniger Probleme – Gott sei Dank! Dafür können dunkle Pferde schneller überhitzen. Aber mit ausreichend Schattenplätzen lässt sich der Sommer gut aushalten und genießen!

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