Pferdehalter sollten wissen, dass Jakobskreuzkraut für Pferde giftig ist.

Aufgepasst! Pferdehalter sollten wissen, dass Jakobskreuzkraut für Pferde giftig ist

Die meisten von Euch werden schon einmal irgendwo gelesen oder gehört haben, dass Jakobskreuzkraut für Pferde giftig ist. Aber was hat es damit genau auf sich?

Pferdehalter sollten wissen, dass Jakobskreuzkraut für Pferde giftig und sehr heimtückisch ist.

Was ist Jakobskreuzkraut? Wie sieht es aus?

Die Pflanze ist auch unter den Begriffen Jakobs-Greiskraut, Jakob-Greiskraut sowie vereinfacht Jakobskraut zu finden. Namensgebend wirkt sich die Blütezeit um den Jakobstag (25. Juli) aus, wobei die Blühzeit mit anfänglich schütteren Blüten Anfang Juni beginnt und zum Hochsommer hin die Blüten dann ihre volle Pracht entfalten.

Das Jakobskreuzkraut gehört zur Familie der Korbblütler und ist eine zweijährige, manchmal auch länger ausdauernde, gelb blühende, krautähnliche Pflanze mit einer Wuchshöhe von 30 cm bis 100 cm. Im ersten Jahr bildet das Kraut lediglich die grundständige Blattrosette aus (1. Bild), die Blütenstände entwickeln sich erst im zweiten Jahr (2. Bild).

 

Im 1. Jahr hat das Jakobskreuzkraut nur eine Blattrosette: Jakobskreuzkraut für Pferde giftig

Eine tolle Blüte, allerdings ist Jakobskreuzkraut für Pferde giftig.

Das Jakobskreuzkraut hat sein ursprüngliches Verbreitungsgebiet in der gemäßigten Klimazone Europas und Westasiens. Es ist also keineswegs ein Neuling für Deutschland, sondern gehört zu unserer einheimischen Flora.

Es wächst an Feld- und Ackerrändern sowie auf Wiesen und bevorzugt Lehm- und Sandböden in humider Klimalage.

Stimmt es, dass Jakobskreuzkraut für Pferde giftig ist?

Das Kraut enthält leberschädigende Alkaloide in sämtlichen Teilen der Pflanze, wobei der Giftgehalt in den Blüten doppelt so hoch ist wie im Kraut. Das tückische beim Jakobskreuzkraut ist: Die Alkaloide bleiben im Gegensatz zu anderen Giften bei der Konservierung im Raufutter für Pferde enthalten und werden somit von den Tieren mit aufgenommen, wobei die frischen, sehr bitter schmeckenden Kräuter von den Weidetieren ansonsten gemieden werden. Das heißt, man kann sich keineswegs damit beruhigen, dass das Pferd weiß, was gut für es ist und aufgrund seines natürlichen Instinktes die Giftpflanze auf der Weide nicht fressen wird. Die wirklich tödliche Gefahr lauert im Raufutter, dessen Konservierung das Gift für das Pferd geschmacklich genießbar macht.

Ein weiteres Problem ist die Gefahr einer schleichenden Vergiftung über Jahre hinweg, da sich die Gifte in der Leber im Zeitverlauf anhäufen, d.h. die Auswirkungen der Vergiftung sind kumulativ und können somit erst im Laufe der Zeit zu einer Leberverhärtung führen. Diese von Tierärzten als Schweinsberger Krankheit (Seneciose) bezeichnete Krankheit verläuft oft tödlich. Symptome dieser gefährlichen Krankheit können sein: Magen- und Darmbeschwerden, blutiger Durchfall, Verstopfung, Krämpfe, Appetitlosigkeit, häufiges Gähnen und beschwerliches Atmen. Hier wird wieder einmal deutlich, wie wichtig es ist, die Pferdegesundheit immer als Gesamtbild im Auge zu haben.

Besonders anfällig und gefährdet für eine Vergiftung durch das Jakobskreuzkraut sind Pferde und Rinder. Schafe und Ziegen reagieren dagegen weniger empfindlich.

Ob ein verendetes Tier tatsächlich dem tückischen Jakobskreuzkraut erlegen ist, bleibt in den allermeisten Fällen ungeklärt. Es lassen sich nur Mutmaßungen anstellen, denn Klarheit würde hier nur eine Obduktion bringen und das Geld dafür haben nur die allerwenigsten Pferdebesitzer. Trotzdem weiß die moderne Tiermedizin, dass Jakobskreuzkraut für Pferde giftig ist und die sog. Seneciose auslöst. Dennoch stellen Nachweis und Beweis eine echte Herausforderung dar.

Bei welcher Menge ist Jakobskreuzkraut für Pferde giftig?

Als tödliche Dosis werden beim Pferd 40 bis 80 Gramm Frischpflanze pro Kilogramm Körpergewicht angegeben. Dies entspricht 14 bis 20 kg Frischpflanze bei einem bspw. 350 kg-Islandpferd bzw. 2 bis 4 kg im getrockneten Heu aus.

Wenn man sich überlegt, dass sich das Gift über die Jahre im Körper ablagert und ansammelt, dann ist es nicht absolut unwahrscheinlich, dass die gefährliche Gesamtmenge im Laufe der Zeit erreicht wird.

Was kann man gegen das Jakobskreuzkraut tun?

Dass Jakobskreuzkraft für Pferde giftig ist, daran gibt es nun keinen Zweifel mehr. Nun sei gut überlegt, wie man diese heimliche und tückische Mörderin – alias Jakobskreuzkraut – schnell bekämpfen kann.

Die Verbreitung der giftigen Pflanze erfolgt durch den Wind über unzählige Samen – ähnlich wie beim Löwenzahn. Da das Jakobskreuzkraut von den Pferden beim Weiden gemieden wird, verbreitet sich die Pflanze auf Pferdeweiden besonders rasant und großflächig. Außerdem finden sich dort auch oft kahle (überweidete) Stellen, die für das Kraut optimale Keimbedingungen darstellen.

  • Die wirksamste Maßnahme – allerdings nur beim Auftreten von Einzelpflanzen – ist das Ausreißen oder Ausstechen. Zur eigenen Sicherheit sollte man dabei Schutzhandschuhe tragen, da das Kraut auch über die Haut aufgenommen werden kann.
  • Hat sich die giftige Pflanze großflächiger verbreitet, sollten die betroffenen Flächen vor Blühbeginn des Jakobskreuzkrautes gemäht werden, damit sich die Samen nicht verbreiten können.
  • Bei stärkerem Befall kann außerdem mit chemischen Mitteln gegen das giftige Kraut vorgegangen werden. Hier sollte man sich gegebenenfalls von der Landwirtschaftskammer beraten lassen.
  • Um nach erfolgreicher Bekämpfung einem erneuten Befall durch Jakobskreuzkraut vorzubeugen, sollten kahle Weideflächen immer wieder nachgesät werden. Eine dichte Grünlandnarbe erschwert der giftigen Pflanze die Ausbreitung.




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